Das Haus der Unendlichkeit

Das Haus der Unendlichkeit

Kurzbeschreibung: Sascha kommt zufällig einer Verschwörung auf die Schliche, in die seine Schwester verwickelt ist. Kann er sie aufhalten, bevor es zu spät ist?

 

Einleitung: Ich stelle mich vor, meine Familie und die, die sonst noch wichtig sind.

Ich bin Sascha aus Rostock, der wunderschönsten Stadt an der Ostsee.

Ich will euch erstmal meine Eltern vorstellen. Sie lassen alles durchgehen. Fast alles. Eben alles außer Drogen, Pornos, Rauchen und meine Schwester nach Australien verbannen. Ich schwöre, ich hab noch nichts von den Sachen gemacht. Das mit meiner Schwester hab ich mir allenfalls in meinen Träumen gewünscht.

Eben dann wenn sie zickig ist. Aber sie selber darf man nicht ärgern. Typisch große Schwestern. Aber sie schenkt mir auch schon mal einen Laptop – einfach so. OK er hat sich nach eineinhalb Monaten auch einfach so verabschiedet. Naja, war ja auch irgendwie klar...

Meine besten Freunde hier in Rostock sind Kevin und Chris (um nur zwei zu nennen:). Kevin hatte mir mal meine (Ex-)Freundin Gabi ausgespannt. Das nehm ich ihm bis heute noch übel. Aber sonst ist er ganz cool. Er ist ganz glücklich mit seinen 6 Geschwistern. Er kriegt deswegen zu Nikolaus „nur“ Schokolade und Mandarinen. Ich mein, ist ja auch schon was. Chris ist eher unauffällig und ein Einzelkind. Von seinen Eltern bekommt er alles, was er will. Bis auf die Sachen natürlich, die ich auch nicht bekomme (siehe oben).

Ach ja, ich hab den Freund meiner Schwester vergessen. Er heißt Dirk und besitzt eine riesige Einkaufshauskette, die (wie auch anders?) „Dirk`s“ hieß. Da können ich und meine Freunde schon mal kostenlos „shoppen gehen“, wie es die Frauen so schön sagen. Ich will euch nicht länger vom Lesen abhalten. Also, es geht los.

 


1.Kapitel: Schon wieder so ein langweiliger Ferientag. Ich will etwas unternehmen und schon gerate ich in Schwierigkeiten.

An diesem Ferientag im letzten Sommer war nichts so, wie es sein sollte. Im Fernsehen kam nichts, kein Fußball, keine Trickfilme, nichts, was mich interessieren würde.

Also beschloss ich, Chris und Kevin anzurufen und zu Dirk´s zu gehen. Chris konnte ich nicht erreichen. Kevin war krank (er hatte sich wahrscheinlich bei seinen Mandarinen angesteckt).

Ich musste also allein in die Stadt. Wir wohnten etwas außerhalb, deswegen musste ich mit der Bahn in die Stadt fahren. Die Bahn fuhr am neu gebauten Stadion vorbei. Auch am Rathaus und am Hafen. Dann war ich in der Stadtmitte. Das Einkaufszentrum von Dirk war gleich um die Ecke. Er hatte Konsolen, auf denen man die neuesten Spiele spielen konnte, was ich auch machte. Danach hatte ich ein dringendes Bedürfnis. Also ging ich aufs Klo.

Und was ich dann sah, sollte mich mein ganzes, kurzes Leben lang verfolgen. Sie hatten diese ekligen Spritzen in der Haut. Die Spritzen waren voll mit einer farblosen Flüssigkeit. Sie drückten auf den Abzug. Schon war die gesamte Flüssigkeit im Blut der Körper. Es waren ca. 5 Personen, allesamt darauf bedacht, dieses ekelhafte Zeugs in ihre Körper zu bringen. Wusste Dirk was davon? Ich wollte mir ein andres Klo suchen. Solche Leute sind unberechenbar, obwohl sie unzurechnungsfähig sind.

Vor dem Klo spürte ich einen harten Wumms auf meinen Hinterkopf und mir wurde schwarz vor Augen. Irgendjemand hatte das Licht ausgeschaltet.´ Moment mal, hier ist gar kein Licht. Hier ist was faul. Mich hat jemand ausgeschaltet und schleppt mich jetzt irgendwohin. Wer war das?´.

Als ich wieder aufwachte, war ich in einem dunklen Raum. Obwohl, man konnte es nicht Raum nennen. Es war eher ein Mischmasch aus dunklem Keller und Sportschließfach. Deshalb, weil es nach alten, verrotteten Sachen, nach Schweiß und nach alten Fürzen stank (ich weiß auch nicht, wie ich das durchgehalten hab). Es wackelte in dem Raum. Es war ein vergleichbar kleiner Raum. Man konnte nicht einmal aufstehen. Also musste ich versuchen, im Kriechen den Lichtschalter zu finden. Ich tastete alle vier Wände ab, fand aber nichts. Plötzlich durchzog ein großer Ruck den Raum und ich merkte, dass ich mich in einem Fortbewegungsmittel befand. Ich hörte eine Stimme.

„Er hat was mitbekommen! Was soll ich jetzt machen? - Mein Bruder! - Was? - Wie, die Anderen?  - Mann, es ist mein Bruder! - OK, wie du meinst! Wir sehen uns!“

Ich erkannte die Stimme sofort. Sie konnte nur von meiner Schwester kommen. Sie hat wahrscheinlich mit Dirk telefoniert. Wie es aussah, musste ich wahrscheinlich draufgehen. Es klang zumindest so.

Dann fragte ich mich, wo ich überhaupt gerade war. Wahrscheinlich  fuhren wir gerade irgendeine verlassene Landstraße entlang.

 

 

 

 

2. Kapitel: Gestank…

                           

Etwa zwei Stunden später kamen wir an. Der Wagen hielt und jemand stieg aus. Dieser Jemand öffnete wenig später die Hintertür und eh ich wieder richtig merkte, was passierte, zog er mich raus aus dem Wagen, drückte mich gegen die Tür und legte mir Handschellen an. Ich erkannte sofort, dass es sich bei dem Jemand um Dirk handeln musste, obwohl ich vorher meine Schwester telefonieren hörte.

Als er mir also die Handschellen anlegte, stieg mir ein ungewöhnlich ekelhafter Geruch in die Nase. Es stank nach einer Mischung zwischen totem Fisch und verwestem  Fleisch.

Ich fragte Dirk: „Was machst du da? Ich hab doch nichts getan!“. Er antwortete etwas, was ich nie gedacht hätte: „Frag deine Schwester, die ist an allem schuld. Wegen der mieft es hier so.“. „Und was ist mit denen bei dir im Einkaufszentrum auf dem Klo? Ist meine Schwester da auch dran schuld?“. Neugierig, wie ich war, konnte ich mal wieder meine Klappe nicht halten. Er sagte: „Kleiner, du bist zu neugierig!“.

Dann gingen wir in ein Haus, an dem Dirk gehalten hatte. Es stand einsam in der Gegend herum. Um es waren sonst nur Felder, Bäume und eine Straße, auf der wir herkamen.

Es stank immer noch. Als Dirk die Tür des Hauses aufmachte, kam mir nochmal ein Schwall entgegen.

Das Erdgeschoß sah aus wie eine Etage eines Parkhauses. Am Ende sah ich ein paar Leute mit Spritzen. Es waren dieselben, die ich auch im Einkaufszentrum gesehen hatte.

„Dirk, wie…?“, stammelte ich. „Wie gesagt, Kleiner, du bist zu neugierig.“. Er nannte mich immer Kleiner, weil er genau wusste, dass ich das nicht ausstehen konnte.

Im Erdgeschoß waren graue Betonpfeiler aufgestellt. Auch der Boden war grau. Ein Mini – Parkhaus.

Dirk führte mich zu einer Tür und machte diese auf. Dahinter befand sich ein Treppenhaus. Wir stiegen hoch bis zur ersten Etage, und gingen dann einen langen Flur entlang. An einer Tür machte Dirk halt und sagte: „Hier schläfst du heute Nacht. Wenn du aufmuckst, kommst du gleich aufs Dach! Wenn  nicht, erstmal ins Obergeschoß. Und jetzt rein da!“.

Er verschloss die Tür hinter mir. Ich sah vor mir ein längliches Zimmer. Hell, mit einem Sofa rechts zum Schlafen und einen Spiegel darüber. Ich traute meinen Augen kaum, als ich meinen Kopf nach rechts drehte. Ein riesiger Garten und in der Mitte – ein Plumpsklo mit einem Herz an der Tür.

Ich war schon geschockt genug, als ich den Garten sah. Aber plötzlich ging die Tür des Herzchenklos auf…

 

 

3. Kapitel: Ich bin nicht allein und der nächste Morgen.

Ihr glaubt nicht, wer vor mir stand: Mein Vater! Ich fiel ihm um die Arme. Ich weiß nicht mehr, ob es aus Erleichterung, Wiedersehensfreude oder Trauer war.

Ich redete mit ihm, weswegen er hier war, was er nun über Dirk dachte, etc. Ich erfuhr, dass mein Vater gegen Dirk ermitteln musste – er war Anwalt. Der Staatsanwaltschaft kam es komisch vor, was Dirk trieb.

Jedenfalls redeten wir so lange, bis ich einschlief. Ich wusste nicht, wo mein Vater schlief.

Am nächsten Morgen war er weg. Ich fragte mich, wie er hier rausgekommen ist, als an der Tür schon ein Schlüssel klapperte.

Dirk holte mich wieder ab. „Das finde ich aber schön, wie du dich benommen hast, Kleiner!“. Er wollte mich reizen, was ihm allerdings nicht gelang. „Was habt ihr mit meinem Vater angestellt?“, schrie ich. „Dein Vater? Mit dem haben wir nichts zu tun. Er weiß ja schließlich nicht, was hier abgeht!“.

Irgendwas war da faul. Entweder Dirk lügte oder mein Vater. Inzwischen glaubte ich mehr an Vater.

Dirk schleppte mich bis zur Treppe. „So, du gehst jetzt einen Stock höher oder es passiert was. Ich verdünnisier mich derweil.“

Ein bisschen komisch kam es mir schon vor, dass er nicht mit hoch wollte. Vielleicht wollte er irgendetwas abschließen, oder so. Jedenfalls ging ich hoch, so wie er es mir sagte. Ich öffnete die erste Tür, die ich fand.

Es war ein kleiner, verdreckter Raum. Aber das Komische an dem Raum war, dass überall Kinder waren. Alle jünger oder genauso alt wie ich. Ich trat langsam ein. Es war laut in dem Raum. Ich konnte aber nur ein paar Wortfetzen auffangen, wie „Ich will malen“, oder: „Gibt es noch etwas zu essen?“. Der faulige Geruch, der mir am vorigen Tag unten an der Eingangstür begegnete, war hier nicht zu überriechen. Plötzlich entdeckte ich auch den Grund dafür, als ich auf den Boden sah: überall Kinderleichen. Und an den Kinderleichen saßen andere Kinder und hatten Gabeln und Messer in der Hand. Ihre Kleidung war voll mit Blut. Es war offensichtlich: Hier gab es nichts zu essen, also wurden die Kinder zu Kannibalen.

Ich war so geschockt, dass ich mich nicht traute, mit jemandem ein Wort zu wechseln. Aber ich hörte von irgendwoher eine bekannte Stimme. Ich wusste sofort, dass die von Luca kam. Er war mit mir in der Grundschule und wurde mit mir konfirmiert. Ich sah ihn und ging zu ihm hin: „Hey, Alter, was machst du denn hier?“, fragte ich.

„Kenn ich dich?“. „Aber natürlich – ich bin der Sascha!“. „Ich kenne keinen Sascha, ich kenne nur einen Luca und selbst den habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Wo bleibt der eigentlich? Der sollte mir doch noch ein Stück Hirn mitbringen!“.

Jetzt wusste ich, wieso Dirk nicht mit hochgekommen war. Die waren hier alle verrückt. Ich dachte immer, in Deutschland gäbe es nur drei Irrenanstalten: Dresden – Arnsdorf, Berlin – Kreuzberg und Bayern wäre überdacht.

Aber Spaß beiseite. Ich erkannte noch jemanden: Josh, auch er war mit mir beim Konfirmandenunterricht. „Hey, Josh! Du auch hier?“. „Hey, willst du ein paar Stifte haben?  Ich verkaufe welche!“. „Nein, aber sag mal, wie bist du hier her gekommen?“. „Wenn du den gelben Stift für 20 Cent kaufst, gebe ich dir den rosa Stift gratis dazu!“.  Er hatte mich inzwischen zu einem Fenster geführt, auf dessen Fensterbrett eine Ansammlung von Stiften lag. Na, das konnte ja noch heiter werden!


 

4. Kapitel: Ich gebe eh nie auf, wieso sollte ich das dann jetzt machen?

 

Ich musste den Schock erst einmal verdauen. Habt ihr das schon mal miterlebt, wenn ein Kumpel von dir dich plötzlich nicht mehr kennt?

 

Ich hatte Mitleid mit den Kindern und wollte sie hier irgendwie befreien. Außerdem wollte ich die Polizei rufen. Das, was in dem Haus abging, war garantiert nicht mehr legal. Ich wusste, dass, wenn ich die Polizei rufe, sie meine Schwester ebenfalls einsperrt. Aber das musste ich riskieren.

 

Nachdem ich also ein, zwei Minuten nachgedacht hatte, kam mir der Gedanke, dass es eigentlich in dem Raum nur ein Fenster gab – das mit Georgs Stiften! Ich kletterte raus auf das Fensterbrett draußen. Ich versuchte, erstmal hoch auf das Dach zu klettern, weil ich mir einen Überblick verschaffen wollte, wie man am besten runterkommt.

 

Auf dem Dach allerdings lagen viel mehr Kinderleichen als unten. Tauben fraßen an dem Fleisch und Mäuse und Ratten zernagten die Knochen. Ich blieb lieber doch an der Regenrinne hängen, als auf das Dach hochzuklettern. Ich schaffte es irgendwie wieder zurück an das Fenster, aus dem ich herausgeklettert war.

 

Dann packte mich der Teufel und ich sprang einfach. Es waren ja nur zwei Stöcke. Aber die Erde war umso härter. Zum Glück hatte ich mir nichts gebrochen. Ich hatte nur eine kleine Schramme.

 

Jetzt stand ich da auf der Landstraße und wusste nicht, wohin. Plötzlich sah ich ein unangeschlossenes Fahrrad am Haus stehen. Eigentlich hätte ich es sehen müssen, als ich runter geklettert war.

 

Ich kümmerte mich aber erstmal nicht darum. Ich radelte die Landstraße in die Richtung, aus der wir gekommen waren, entlang. Ich brauchte nur geradeaus fahren und ich war wieder in der Stadt.

 

Ich radelte danach erstmal zu Kevin. Er tat zwar, als wäre er krank gewesen, in Wirklichkeit hatte er allerdings nicht einmal Fieber.

Ich klingelte an seiner Tür, weil ich seine Hilfe brauchte. Alleine konnte ich nicht gegen Dirk ankommen. Natürlich kam er gleich mit, nachdem ich ihm die Geschichte erzählte. Es passiert einem ja nicht jeden Tag sowas Gruseliges.

 

Er holte also sein Fahrrad aus der Garage und wir fuhren zu Chris, weil wir genau wussten, dass auch er da war, obwohl er vorhin nicht abgehoben hatte.

 

Bei ihm angekommen, klingelten wir. Aber er machte nicht auf. Wir klingelten ein zweites Mal. Wieder nichts.

 

Also fuhren wir alleine zu dem Haus. Vorher, damit auch nichts schiefging, rief ich die Polizei.

 

Am Haus angekommen, sprangen wir von den Fahrrädern und rannten so schnell wie möglich in das Haus. Wir rannten das Treppenhaus hoch, um die Kinder zu befreien. Wir öffneten die Tür, die immer noch nicht verschlossen war und sagten den Kindern, dass sie jetzt frei wären. Aber niemand schenkte uns Aufmerksamkeit. Dann fiel mir etwas ein und ich rief so laut ich konnte: „Wenn ihr mitkommt, gibt es Leichenteile  für umsonst!“. Es dauerte keine Zehntelsekunde, bis alle Kinder aus dem Zimmer raus waren. Wir folgten ihnen, während sie die Treppe hinabstiegen.

Unten angekommen, kamen plötzlich zwei Personen auf uns zu. Ich erkannte sie auf Anhieb: meine Schwester und ihr Freund.

 

„Was soll das denn? Seid ihr denn total verrückt?“, schrie Dirk.

 

„Nicht so verrückt wie ihr! Wir sperren keine kleinen Kinder ein und lassen sie als Kannibalen leben!“, stieß es aus mir heraus. Dann griffen sie uns an. Meine Schwester nahm sich Kevin und Dirk ging auf mich los.

 

Plötzlich geschah etwas Merkwürdiges: Luca und Josh lösten sich von der Kindertruppe und halfen uns! Luca kam mir zu Hilfe und Josh ging mit Kevin auf meine Schwester los.

 

Und auch die Polizisten stürmten endlich das Haus. Wir hatten die beiden jedoch schon vorher niedergerungen. Sie nahmen die beiden fest.

 

„Hey, ihr Jungs ward wirklich mutig! Das muss ich euch lassen. Deswegen könnt ihr auch als Belohnung das Haus behalten.“. Wir vier waren sprachlos. Wir hatten uns ein Haus verdient! Nun mussten wir es nur noch sauber machen.

 

5. Kapitel: Unser Tagesziel war es, das Haus auf Vordermann zu bringen…

 

…und dazu hatten wir uns aufgeteilt: Luca zum Beispiel sollte die Kiffer aus der unteren Etage entfernen und ein bisschen fegen.

 

Das gestaltete sich aber ein wenig schwierig, denn die Kiffer sahen erstens überhaupt nicht ein, dass sie verschwinden sollten und zweitens ignorierten sie ihn einfach. Also musste er hart durchgreifen. Er nahm seinen Besen, den er zum Kehren benutzte und schlug einen nach dem anderen K.O. Dann schleifte er sie einfach hinaus auf die Straße und kehrte weiter.

 

Josh hatte die Aufgabe, im zweiten Stock für Ordnung zu sorgen. Es waren zahlreiche Türen, die er öffnen musste, um in den Räumen sauberzumachen. Und das Komische daran war, dass jeder Raum eine andere Größe hatte. Mal musste er eine riesige, vergoldete Halle mit einem prunkvollen Tisch in der Mitte und Portraits an der Wand durchwischen, mal nur eine sehr kleine Besenkammer, in der nicht mal Boris Becker schnell einen Quickie schieben konnte, weil es so eng war.

 

Kevin musste in dem Raum, wo die Kinder vorher waren (die jetzt übrigens die Landstraße entlangwanderten, weil wir sie rausgeschmissen hatten), die Leichen beseitigen und ordentlich durchwischen. Als er jedoch reinkam, war dort ein riesengroßer Saal und der volle Gegensatz zu dem, was ich ihm erzählt hatte. Er fühlte sich hier wohl. Er wollte nie wieder hier weg…

 

Ich musste auf dem Dach die Leichen beseitigen.

„Hallo, Sascha!“. „Wer spricht da?“. „Das Haus, auf dem du stehst!“. „Seit wann können Häuser sprechen?“. „Wenn der Autor das so will, dann kann alles sprechen!

Was ich dir sagen wollte, ist, dass das hier alles kein Sinn hat, wenn ihr hier saubermacht! In ein paar Stunden sind die Kiffer wieder da, die Kinderleichen werden wieder hier liegen und die Kinder werden auch wieder da sein!“.

„Aber meine Schwester und Dirk sind doch hinter Gittern!“. „Die hatten hiermit rein gar nichts zu tun. Ich brauchte nur einen Platz, an dem sich die Kiffer parallel hierzu aufhalten konnten – das sind Geschöpfe aus einer anderen Welt, die sich nur von Spritzen ernähren und die brauchen noch ein Tor zu der anderen Welt.“. „Das ist ja schön und gut, aber wie sind dann die Kinder hierhergekommen?“.

„Du bist zu neugierig, Kleiner!“. „Dirk?“. „Verarscht – dachtest du wirklich, Häuser könnten sprechen? Pass mal auf! Jeder, der auf diesem Dach war, hat sich umgebracht. Siehst du die ganzen Toten? Die hatten sich entweder eine Kugel in den Kopf gejagt, haben sich ins Herz gestochen oder sind gesprungen! Oder sie sind durch mich umgekommen!“. „Wie das? Du bist nicht hier, du kannst mich nicht umbringen!“. „Da täuschst du dich ganz gewaltig, Kleiner! Ich kann! Also, wie willst du dich töten?“. „Wenn du denkst, ich wäre so doof und würde mich selber umbringen, wenn ich bei den Bullen als Zeuge auftreten muss, um gegen dich auszusagen, hast du dich sehr tief geschnitten. Ich glaube nicht daran, dass du mich umbringen kannst!“. „Du hast es nicht anders gewollt. Ich beeinflusse, wie jetzt gerade auch, einfach deine Gedanken…“.

 
 

Nachwort

 

Luca, Josh und Kevin, sowie circa 800 weitere Kinder wurden nach Ablauf von zwei Tagen vermisst gemeldet.

 

Saschas Eltern meldeten ihn nicht vermisst und unterschlugen das Kindergeld.

 

Dirk Schneider und Cordula Müller, die Schwester von Benny, wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

 

Es stellte sich heraus, dass Chris ebenfalls zu den Kindern in dem Haus gehörte. Er erinnerte sich allerdings an nichts. Er wusste nicht einmal, ob ihm das Haus überhaupt bekannt vorkam. Man hatte ihn allerdings beobachtet, als er die Landstraße entlang nach Hause ging.

 

Das Geheimnis des Hauses blieb bis heute ungelöst. Vielleicht ist es auch besser so…

 


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