Die Tote, die noch lebt

 Kurzbeschreibung: Als Tim eines Tages nach Hause kommt, ist seine Mutter plötzlich verschwunden. Alles, was sie hinterließ, ist nur eine kleine Notiz. Gelingt es ihm, herauszufinden, was passiert ist?    

 

Einleitung:  Ich stelle meine Freunde, mich und meine Familie vor.

Hallo! Mein Name ist Tim Meier. Bevor ich mit der etwas kuriosen Geschichte beginne, stelle ich erstmal die Hauptpersonen vor. Da wäre als erstes meine Mutter zu nennen, denn mein Vater starb leider vor zehn Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Sie ist eine fürsorgliche und hingebungsvolle Mutter. Allerdings manchmal auch ein bisschen sehr nervig.

Nun will ich euch aber erst mal meine Freunde vorstellen: Ferdinand. Er ist blond, etwas stark gebaut und cool. Nur seine Eltern sind doof. Sie ließen ihn nicht mit mir ins Kino, sie ließen ihn nicht mit mir Eis essen gehen, sie ließen ihn nicht mit mir fahrradfahren und sie ließen ihn nicht zu mir kommen.

Sie ließen ihn nicht mit mir ins Kino, sie ließen

ihn nicht mit mir Eis essen gehen, sie ließen ihn nicht mit mir

fahrradfahren und sie ließen ihn nicht zu mir kommen.

Sie sagten, es sei aus Sicherheitsgründen. Komischerweise

durfte ich aber zu ihm kommen.

Meine andere Freundin heißt Tina. Sie ist schwarzhaarig und sehr einfallsreich. Sie hat auch sehr nette Eltern, die ihr alles erlauben.

Übrigens: Ich liebe Tina! Nur war ich bis zum Zeitpunkt dieser Geschichte zu schüchtern, ihr das zu sagen...

Naja, lassen wir diese Geschichte lieber.

 

Ich wünsch euch viel Spaß beim Lesen!

 

 

1. Kapitel: Ich gehe nach Hause, denke nach und bekomme einen Tipp.

 

 

Als ich nach diesem anstrengenden Freitag nach Hause kam, dachte ich: ´Scheiße, schon wieder in Mathe ne 4. Meine Mutter wird sich wohl kaum über so was freuen. ´. Dann ging ich und ging ich und ging ich.

Noch als ich die Tür aufschloß, dachte ich an die Vier. Dann rief ich meine Mutter, weil sie normalerweise jetzt immer schon da war. Aber sie antwortete nicht. Ich ging ins Wohnzimmer: nichts. Ich ging ins Bad: nichts. Als ich fast alle Räume durch war, ging ich schließlich in die Küche: wie in allen anderen Räumen: nichts. Doch da entdeckte ich einen hastig geschriebenen Zettel:

 

 

 

Tim, Hilfe

 

 

Ich kriegte einen Schock: meine Mutter entführt und vielleicht sogar ermordet?  Auf den Schock machte ich einen kleinen Spaziergang. Ich dachte nach: ´Hatte meine Mutter Feinde? Eigentlich nicht. Oder doch?´. So und so ähnlich führte ich meine Gedanken fort, gelangte aber zu keinem Ergebnis. Meine Mutter war klein und rundlich. Sie arbeitete bei einer Zahnarztpraxis als Schwester, verdiente aber nicht viel.

Nun ja, jedenfalls traf ich, als ich nach Hause gehen wollte, Tina. Sie fragte, wer denn der Mann sei, der gerade aus unserem Haus kam. Ich war irritiert und fragte: „Welcher Mann?“. “Das wollte ich dich doch gerade fragen!“, antwortete Tina, nun auch etwas irritiert. „Wie sah er denn aus?“, fragte ich nun, um die Stille zu überbrücken. „Schwarzhaarig und groß. Er trug blaue Jeans und ein rotes Baumwollhemd. Ach ja“, antwortete sie, „ er trug noch so einen komischen Sack auf dem Rücken.“.

Ich wusste, dass sich in diesem Sack meine Mutter befand. Jetzt erschien plötzlich Ferdinand, der vorher an einer anderen Straßenecke stand und nun angerannt kam. Auf die Frage von mir, was denn los sei, antwortete er: „ Ich wollte dich nur fragen, was denn Markus Eisenhaken bei dir macht.“. „Kennst du diesen Mann, der bei Tim war?“, hakte Tina nach. „Ja. Er ist der gefürchtetste Dieb der ganzen Stadt.“, antwortete er darauf, „ Ich habe persönlich Erfahrung mit ihm gemacht!“. Darauf fragte ich: „ Hat er dir auch deine Mutter geklaut?“. „Nein“, sagte er, „ nur mein Portmonee!“.

 

2.Kapitel: Wir melden uns bei der Polizei, schlagen im  Telefonbuch nach und merken uns eine Straße.

 

 

Zunächst gingen wir zur Polizei. Als wir da waren, sagten wir, daß meine Mutter entführt worden ist. „Tja“, sagte ein Polizist, „ leider können wir vor Ablauf von 2 Tagen nichts machen. Es tut mir leid.“.

Davon konnten wir uns leider auch nichts kaufen! Aber was sollten wir jetzt machen? Abwarten, bis die 2 Tage um sind? Nein, das hätte auch mein Vater  nicht gemacht. Er hatte meine Mutter über alles geliebt. Außerdem lief uns die Zeit davon. Vielleicht war meine Mutter ja schon tot.

Plötzlich sagte Tina: „ Ich hab’s! Wir schlagen einfach im Telefonbuch nach! Da stehen doch auch die Adressen drin!“. „ Super Idee! Gleich da vorn ist eine Telefonbox!“; sagte Ferdinand. Wir liefen dorthin. Ferdinand schaute im Telefonbuch nach. Es dauerte eine Weile, bis er es fand. „Hier, ich hab’s. Markus Eisenhaken. Robert-Hoyzer-Str.7.“. „Ich wusste gar nicht, dass man nach dem eine Straße benannt hat!“, antwortete ich ahnungslos. „Kommt mit zum Stadtplan. Gleich da vorn links. Wenn wir danach rechts abbiegen, sind wir da.“, forderte Tina uns auf. Wir gingen dahin.

Unsere Stadt war nicht so groß wie München, Frankfurt oder Berlin und auch nicht so historisch wie Dresden, Köln oder Trier. Schmierende ( unsere Stadt ) ist eher bescheiden. Zwei Supermärkte, ein Rathaus,.... - kurz und gut: alles, was man zum Leben braucht.

Zurück zum Thema. Als wir am Stadtplan waren, mussten wir erst lange suchen, ehe wir die Robert-Hoyzer-Straße fanden. Auf dem Stadtplan sah sie eher so aus wie eine Gasse.

„ Da in der Nähe ist ja auch der Ballplatz. Da fährt ja auch die Buslinie 67 lang.“, platzte es aus Ferdinand heraus. „ Und wie erreichen wir die?“, hakte Tina nach. „Ganz einfach: wir fahren mit der Straßenbahnlinie 118 und steigen am Schlüterplatz um.“, versuchte ich ihr zu erklären. Sie verstand es immer noch nicht so richtig. „Folg uns einfach!“. Als ich dies sagte, war sie ganz schön beleidigt. Wahrscheinlich, weil man ihr nicht die Ehre erwies, ihr das zu erklären. Ach, Mädchen sind schon was Schlimmes. Vor allem in der Pubertät.

Jedenfalls war es nun später Nachmittag und meine beiden Freunde mussten zu ihren Eltern. Ich trödelte noch etwas im Stadtpark herum und ging dann ebenfalls nach Hause.

Am nächsten Morgen gingen wir zeitig zur Robert-Hoyzer-Straße. Aber schon als wir das Tor passierten, nachdem wir höflich geklopft und geklingelt hatten, dies nichts nützte und wir schließlich die Tür aufgetreten hatten, hatten wir plötzlich den unwiderstehlichen Drang, zu schlafen, obwohl wir am vorigen Abend zeitig ins Bett gegangen sind. Wir fielen der Reihe nach um: erst Ferdi, dann Tina und dann ich.

Nach zwei Stunden endlosem Schlaf wachten wir alle nacheinander (in der Reihenfolge, in der wir umgefallen sind) auf.

„Was war denn das?“ fragten wir alle drei, fast im Chor. „Hoffentlich ist das keine Magie!“, sagte die abergläubische Tina, „Denn Magie ist unberechenbar!“. Vielleicht sollte sie recht behalten, aber ich und Ferdi glaubten nicht daran. Es kann ebenso gut auch nur Zufall gewesen sein. Ich glaube jedenfalls nur an Gott und nicht an andere überirdische Dinge. Tina dachte wahrscheinlich, dass unser Geiselnehmer ein Hexer war…

Aber zurück zur Realität. Danach dachten wir, es würde nichts weiter passieren, als wir durch den Hof schlenderten. Doch falsch gedacht, denn auf einmal sahen wir nur noch die Grundfarben Rot, Blau und Gelb. Wahrscheinlich hat uns jemand, als wir schliefen, irgendeine Spritze gegeben. Weiß war Gelb, Schwarz war Blau und Orange war Rot. Zudem wurde uns auch noch schwindelig.

 

3.Kapitel: Personen – und Ortswechsel

Im Keller des Hauses saß zu jener Zeit meine Mutter. Sie zeterte und kreischte, aber niemand hörte sie, denn sie hatte ein Tuch um den Mund gebunden bekommen. `Alles nur wegen dem Puff an der Brause – Straße. Wieso war ich auch so doof und hab mich da anstellen lassen? So was hätte ich nie im Leben tun dürfen. Andererseits brauchte ich das Geld...`, dachte meine Mutter. Was meinte sie damit? Ich würde es noch früh genug erfahren... .

Derweil wurde in der Aula  der ehemaligen Schule heftig diskutiert. In der gespenstischen Stille stritten sich zwei unheimlich aussehende Gestalten. Sie hörte nur einige Satzfetzen  wie: „...und an wen soll die Lösegeldforderung geschickt werden? – Scheiße, die Alte hört ja mit!“, - und jemand schloss die Tür von außen ab.

Jetzt konnte sie in Ruhe nachdenken. ´ Der Puff war berüchtigt, dass da Drogengeschäfte liefen, aber keiner wollte dem glauben oder nachgehen. Aber ich hab die Polizei gerufen – die anderen Nutten waren zu bekifft dazu. Jetzt hab ich hier meine Belohnung. Mensch, hoffentlich geht’s  Tim  gut! ´

 

4. Kapitel: Wir werden von der nächsten Falle  überrumpelt.

 

Tja, die Sorgen waren berechtigt, denn uns war irgendwie zumute, als wollten wir auf einmal etwas Neues machen, zum Beispiel nackt durch die Fenster springen........., oder so. Wir sahen die Welt mit ganz neuen Augen – mit bekifften Augen, wie sich später feststellte. Wir alle zogen uns plötzlich aus – ich hatte Tina noch nie so sexy gesehen, bis auf das eine Mal, aber das lassen wir jetzt lieber. Wir drehten uns im Kreis, sangen lauthals „Holzmichl“ und ich konnte den Blick nicht von Tinas Brüsten lassen. Es dauerte eine Weile, bis wir wieder zu uns kamen. Aber danach konnten wir uns an fast nichts mehr erinnern. Tina kreischte umso mehr, schlug sich auf den Boden  und kroch zu ihrer Kleidung hin. Wir brauchten ja nur unsere Hand zwischen unsere Beine halten und schon war das Problem gelöst. Dann zogen wir uns alle an und gingen weiter. Tina war empört   sie dachte, wir hätten sie ausgezogen, dabei war sie es und wenn dem so gewesen wäre, dann hätte sie uns ja zwangsweise auch entblößen müssen  (was sie aber verschwieg).

Als wir durch die Tür gingen, die komischerweise offen stand, bekam jeder einen Stromschlag. Mir kam es so vor, als würde sich jede einzelne meiner Zellen vor Schmerz krümmen, so viel Volt war drin. Jeder von uns lag auf dem Boden. Keiner konnte denken oder vielleicht sogar sprechen. Erst nach ein paar Minuten standen wir wieder auf. „Wow, das müsste man mal für Lehrer einführen.“, sagte ich. Im selben Moment erschrak Ferdinand. Er war der einzige, der mit dem Rücken zur Tür stand. „Schaut mal da!“ Was er meinte, war ein Skelett, das an eine Wand gelehnt dasaß. In seinen Rippen lag ein altes Stück Papier.

„Das sieht aus wie ein alter Plan!“, meinte Tina.

„Ich finde eher, das sieht viel schöner aus!“ sagte ich (mit dem Blick auf ihren Brüsten).

Ich wollte Streit. Tina bekam dies mit ihrem scharfen Spürsinn sofort mit und ehe wir uns versahen, waren wir mitten in ein Wortgefecht hineingeraten, in welchem keiner so schnell wieder herausfinden konnte. Ferdinand unterbrach uns: „Hey, kümmert euch lieber um das Papier. Das sieht nämlich nach einem Plan der Fallen hier aus!“. „ Unterbrich mich nicht, ich muss ihr noch unbedingt was beibringen, und zwar, wie man ordentlich Mädchen verprügelt!“. „ Willst du sie jetzt verprügeln oder erst deine Mutter finden?“.

Das war ein deftiger Grund, weiterzumachen (mit der Rettung meiner Mutter). Also schauten wir uns den Plan genauer an. „Da ist ein Hammer!“ sagte ich, als ich auf unsern Standort auf der Karte sah. „Ich glaub, ich weiß, wieso – ducken!“. Ein riesiger Hammer sauste von der Decke auf uns nieder. Tina und Ferdi duckten sich rechtzeitig – nur mich erwischte es voll im Gesicht und ich war k.o.

 

5. Kapitel: Ferdi gerät in die nächste Falle.

 

Inzwischen wieder bei meiner Mutter, kam ihr Entführer zu ihr und sagte: „So, du dumme Kuh, jetzt kommst du zu einem Ort, an dem du schon mal warst. Von welchem du geflohen bist, weil du Angst hattest. Nur, lass dir gesagt sein: alle Frauen, die schon mal dort waren, sind tot. Nur du fehlst noch!“. Langsam bekam sie Angst. Sie wusste, wer ihr Entführer war, obwohl sie sein Gesicht nicht sah. Sie kannte ihn sehr gut. Schließlich war er mal ihr Chef.

Alle, die in dem Raum waren, hörten plötzlich etwas poltern. Der Entführer und sein Komplize blickten zur Tür. Der Entführer sagte meiner Mutter, ohne ihr dabei einen Blick zu schenken: „ Du bleibst hier!“, um dann mit seinem Kumpel nachschauen zu gehen, was denn da los wäre. Meine Mutter hatte zu der Zeit noch keine Ahnung, dass ich dahinter steckte.

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort: Tina und Ferdi hatten mich inzwischen an einen Ort gebracht, von dem sie den Ort mit dem Hammer sehr genau beobachten konnten und zugleich sehr gut versteckt waren. Kaum eine Minute nachdem sie den Ort entdeckten, kamen die Entführer. „Kennst du die?“, fragte Ferdi Tina flüsternd. Oh nein, keiner von beiden konnte die Entführer kennen. Nur ich kannte sie.

Meine Freunde versuchten inzwischen, mich aufzuwecken. Das Problem: wenn ich schlafe, schlafe ich wie ein Stein. Sie versuchten es mit stabiler Seitenlage, Herzdruckmassage, Mund-zu-Mund-Beatmung. Dabei wussten sie noch nicht einmal, wie das funktioniert. Sie hatten alles nur in Filmen gesehen. Ich blieb also ohnmächtig.

Langsam wurde die Zeit knapp. Die Entführer waren zwar schon weg, aber trotzdem wussten meine Freunde nicht, was sie als nächstes machen sollten. Sie vereinbarten, dass Ferdi gucken sollte, wo meine Mutter festgehalten wird. Dann wollten sie sehen, was sie als Nächstes machen.

Das Problem war: sie hatten wegen mir ganz vergessen, im Plan nachzuschauen, wo die nächste Falle war.

Ferdi ging also einen Gang entlang, bis er in ein riesiges Zimmer kam, wo alles aus reinem Gold war. Schränke, Tische und Wände waren aus einer Mischung aus dunklem Gold und grellem Gelb. Mein bester Freund hatte schon eine Vermutung, dass hier die nächste Falle sein könnte. Was sollte er tun? Sollte er zurück zu Tina und mir, um Bericht zu erstatten, was für ein Feigling er war? Oder sollte er weiter geradeaus ins Ungewisse? Da war ihm das Ungewisse schon lieber als bei uns für immer und ewig als Feigling dazustehen. Er ging also durch den Saal. Als er ungefähr in der Mitte dieses Saales war, schloss sich die Tür langsam. Er wollte bis zur gegenüberliegenden Tür rennen, aber die ging ebenfalls zu. Er war gefangen.

Plötzlich öffneten sich Schleusen und Wasser goss von der Decke herunter. Ferdi dachte, das wäre sein Ende. Obwohl, eine Möglichkeit hatte er noch. Er war ein begnadeter Meister im Geschlossene-Türen-mit-Draht-Öffnen. Das Problem: Er hatte kein Draht. Und er wusste auch nicht, wo in dem Raum Draht sein sollte. Inzwischen reichte ihm das Wasser schon bis in die Kniekehlen. Er guckte überall nach, aber er fand keinen Draht. Das Wasser hatte seinen Brustkorb erreicht. Vielleicht hinter dem Bild?? Er nahm es ab. Und tatsächlich. Irgendjemand, der nicht sehr viel Verstand vom Türenbrechen hatte, hatte dieses Bild mit Draht aufgehängt. Inzwischen musste Ferdi schwimmen, um überhaupt noch Luft zu bekommen. Er knotete den Draht vom Bild ab und schwamm zur Tür. Er tauchte mit dem Draht zur Klinke ab und begann mit seinem Meisterwerk. Inzwischen hatte das Wasser fast die Decke erreicht und er kam nicht mehr lange ohne Luft aus. Plötzlich klackte es. Er drückte die Klinke und die Tür ging auf. Das ganze Wasser floss hinaus. Er hielt sich an der Klinke fest, um nicht mitgerissen zu werden. Inzwischen war ich wieder aufgewacht.


6. Kapitel: Die Zeit rennt uns davon und wir rennen ihr hinterher.

Als ich aufwachte, kam Tina auf die schlaue Idee, Ferdi nachzurennen. Erst fragte sie allerdings, ob alles in Ordnung wäre. Ich sagte: „ Mir geht’s bestens! Was ist passiert?“. „ Wir wären beinahe entdeckt worden. Anscheinend haben sie gemerkt, dass wir hier sind. Ferdi ist schonmal vorgegangen. Ich hab gesagt, ich kümmere mich um dich.“. Etwas Magisches lag in der Luft, als sie den letzten Satz aussprach.

Wir folgten Ferdi und wunderten uns, als wir in den großen Raum kamen, wieso alles so nass war. Ich packte den Plan aus und sah, dass an dieser Stelle Wellen eingezeichnet waren. „Das Wasser hat was zu bedeuten, aber was?“, fragte ich vorsichtig, um nicht zu laut zu sein. Wir rannten zur Tür gegenüber, mit der Angst, dass irgendetwas passieren könnte. Aber es passierte nichts. An der Tür angekommen, wollten wir nach Ferdi suchen. Wir fanden ihn nicht.

Also guckten wir auf den Plan, in der Hoffnung, dass er schon weiter gekommen war. Im Plan standen als nächstes zwei  entgegengesetzte Pfeile, ungefähr so:                  .

Ich dachte mir, dass das irgendetwas mit den Wänden zu tun haben könnte.

Wir gingen erstmal zu der Stelle, einer Art langer Flur, aber es passierte nichts. „Also entweder hat der Maler von der Karte etwas falsch gemacht oder Ferdi war schon hier.“, sagte ich, immer noch in der Hoffnung, dass Ferdi weitergelaufen ist.

In der Karte waren auch die nächsten Fallen eingezeichnet, aber die waren alle ein Reinfall – es passierte nichts. Auch Ferdi war wie vom Erdboden verschluckt.

Schließlich gelangten wir am Ende eines sehr langen, dunklen Korridors in eine riesige Halle, ähnlich der goldenen, nur nicht vergoldet.

Am Ende war ebenfalls eine Tür, allerdings eine kleinere. Wir schlichen uns an, weil wir Stimmen hörten. Die hörten jedoch plötzlich auf, zu sprechen. Anscheinend hatten sie uns gehört.

Einer machte die Tür auf und fasste uns am Kragen. „Schau mal, Gerd, wen wir da haben! Noch zwei Kinder! Wie viele von euch befinden sich denn noch da draußen?“, fragte der, der uns gefunden hatte.

Erst jetzt sah ich, dass Ferdi und Mutter gefesselt auf Stühlen saßen. Ferdi hatte eine kleine Schramme am Kopf und Mutter ein paar Striemen an der Backe. Ich erkannte auch Gerd. Es war – unser damaliger Bürgermeister!

Gerd fesselte uns auch an Stühle.

Während der Entführer und sein Partner, Gerd, darüber diskutierten, ob die nun uns alle töten oder nur meine Mutter, zog ich mein Taschenmesser heraus, dass ich glücklicherweise mitgenommen hatte, und löste meine Fessel. Dann gab ich es vorsichtig und darauf bedacht, dass es Gerd und der Entführer sehen könnten, an Tina weiter, die rechts neben mir saß.

Komischerweise hatten die Entführer keine Pistolen dabei. Wie ich später erfuhr, lagen die im Puff. Mit denen sollte Mutter umgebracht werden.

Das Taschenmesser kam wieder bei mir an. Es hatten sich alle befreit.

Ich gab den anderen Zeichen, dass wir sie angreifen und überwältigen können. Die Entführer standen nämlich mit dem Rücken zu uns.

Wir griffen also an. Mutter und Ferdi griffen sich Gerd und ich und Tina gingen auf den anderen Entführer los. Wir nutzten den Überraschungseffekt und hatten sie schon bald überführt. Schließlich fesselten wir sie. Ich rief die Polizei. „Schluss mit lustig! Jetzt wandert ihr in den Knast!“.

Als die Polizei eintraf, erzählte Mutter mir die ganze Geschichte: „Was ich dir nie erzählt hab, war, dass ich mal in einem Puff gearbeitet hab. Dann hab ich dich bekommen und wollte aussteigen. Er ließ mich nicht aussteigen!“, sagte sie unter Tränen und mit Fingerzeig auf den Entführer, “ Ich hab dann die Polizei verständigt, weil bei uns auch illegale Drogengeschäfte liefen. Dann war er im Knast und ich hatte meinen wohl verdienten Babyurlaub. Die anderen Nutten mussten sterben, weil sie gegen ihn ausgesagt hatten. Jetzt wäre ich als letzte dran gewesen.“. Ich fragte schockiert: „Und was ist mit meinem Vater? Ist der wirklich bei einem Flugzeugunfall ums Leben gekommen?“. „Ja, natürlich!“, sagte sie, inzwischen völlig aufgelöst und irritiert, dass ich ihr die Frage stellte. „Und was macht der Bürgermeister hier?“. „Der war Stammkunde bei uns!“.

Meine Mutter dankte mir an dem Tag noch mindestens tausendmal. Ferdi war beeindruckt von dem, was er erlebt hatte. Und Tina gab mir sogar ein Kuss – und das will schon was heißen!

 

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 Anmerkung des Autors:

Eine letzte Frage blieb noch: Was war mit Markus Eisenhaken?
 

Er hatte die Funktion eines Kopfgeldjägers, der gegen Geld die Mutter  von Tim entführte und seine alte Schule, die er vor vielen Jahren aus Spaß gekauft hatte, zur Verfügung stellte.

 

Nachwort: Was ist aus den Personen geworden?

Ich bin inzwischen mit Tina zusammen – und nicht mehr Jungfrau! Vielleicht mache ich ihr, wenn wir volljährig sind, einen Heiratsantrag – aber psst – das darf sie ja noch nicht wissen!

Ferdi hat sich jetzt auch eine Freundin geangelt – eine 43 – jährige Russin! Ich sag nichts dazu – zum Vergleich: Er ist 16!

Meine Mutter hat inzwischen den Schock verarbeitet.

Gerd und der Entführer wurden wegen Mordes in mehreren Fällen und versuchtem Mordes in vier Fällen beide zu lebenslänglich verurteilt.

Markus wurde wegen Mithilfe an versuchtem Mord zu 5 Jahren ohne Bewährung verurteilt.